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Geschichte

Der Einfluss der Geschichte ist in Kastav auf jedem Schritt zu sehen. Über die alte Steinburg auf dem Berg, die von der Steinmauer eingekreist ist, kann man unmöglich etwas sagen, ohne ihre historische Bedeutung zu erwähnen.

Wir können die Geschichte der Stadt weit in die Vorgeschichte verfolgen, denn davon zeugen viele archäologische Funde. Eine wertvolle Fundstelle ist die illyrische Nekropole Mišinci, die in der Talsenkung Mišinci entdeckt wurde. Dort haben Japoden (einer der illyrischen Stämme) in der Zeit vom 6. bis zum 2. Jahrhundert vor Christi ihre Toten begraben. In den Nekropolen wurden unter anderem Schmuckstücke, Knöpfe und Schmucknadeln gefunden.

Es ist nicht genau festgestellt worden, wonach die Stadt  Kastav ihren Namen bekommen hat. Manche Erklärungen halten sich an das keltische Wort  kast - der Felsen, andere beziehen sich auf das aus dem Lateinischen stammende Wort - castellum - Festung, Burg.

Über das mittelalterliche Leben auf dem Gebiet von Kastavština zeugen bis heute erhaltene Denkmäler -  das Stadtkastell, die Stadtloge und das Stadttor, wie auch die Kirche der heiligen Jelena-Kreuzritterin, der Platz Lokvina, die Trümmer von Crekvina und die Kirche der heiligen Dreifaltigkeit aber auch eine Menge Einzelheiten, die in den Steinkern dieser Stadt eingebaut sind.

In vielen Büchern gibt es Zeugnisse über die reiche Stadtgeschichte; schriftliche Quellen sind in allen wichtigeren Publikationen, die sich mit kroatischer und auch europäischer Geschichte beschäftigen, enthalten.

 

Von der Steinzeit bis zum 17. Jahrhundert

Kastav - eine Stadt, die von dem 356 m hohen Berg über dem nördlichsten Teil der Kvarnerbucht wacht - ist mehr als eine alte Festung und ihre Geschichte beginnt vor langer, langer Zeit.Kastav ist in jeder Epoche unserer Heimatgeschichte erwähnt - von der Urzeitsiedlung aus der Zeit des Paläolithikum und des römischen Lagers bis hin zur  Ansiedlung der Kroaten.

Heute ist das Stadtgebiet nicht so groß; in alten Zeiten erstreckte sich der kastavische Herrensitz bis zu den Abhängen des Berges Učka, sogar die Orte Veprinac und Mošćenice waren Bestandteile dieses Kapitänsgebiets. In seinen alten Türmen, der mittelalterlichen Loge, den Mauern von Crekvina, in der Kirche der heiligen Jelena-Kreuzritterin, in dem alten Brunnen am Lokvinaplatz und dem ehemaligen Kastell, in dessen einem Flügel auch heute der Sitz der Stadtverwaltung ist, bewahrt Kastav alle seine erzählten und unerzählten, noch immer lebenden und schon längst vergessenen Geschichten.

Das Gesetz der Stadt Kastav aus dem Jahr 1400, das Stadtstatut in der Tschakavischen Mundart  und alter kroatischer glagolitischer Schrift geschrieben, ist eine der Perlen in der Kette der kroatischen Statuten Kvarners. Das Gesetz hat seine Grundlage in den alten Rechten, also in den Grundlagen des alten Gewohnheitsrechts. Wie alle andere Stadstatuten, ist das Statut der Stadt Kastav ein wichtiges Denkmal des Rechts dieser Zeit.

Das Kastell von Kastav, der Kapitänssitz (Vertreter der Stadtbesitzer), ist ursprünglich  am Ende des 14. Jahrhunderts gebaut worden. Leider hat der vorletzte von den Herrschern, Ivan Thierry, am Vorabend der Revolution in Europa, 1843 das ganze Archiv verbrennen lassen und damit sind fast alle jahrhundertealten Vermächtnisse über die reiche Kastaver Geschichte vollkommen vernichtet worden.

Der letzte Besitzer der Stadt Kastav war Juraj Wranyczany Dobrinović (bis 1848).

Vom 17. Jahrhundert bis heute

Im 17. Jahrhundert war Kastav Jesuitenbesitz. Während ihrer Herrschaft  in der Mitte des 18. Jahrhunderts, auf dem Platz, wo früher die kleine Kirche der heiligen Maria war, begann der Bau einer großen Kirche - Crekvina, deren Bau mit Jesuitenauflösung im Jahre 1773 unterbrochen wurde. Eine Legende sagt, dass auch eine verwitwete Frau mit vier kleinen Kindern den Frondienst (Zwangsarbeit auf einem feudalen Besitz) leisten musste. Die Kirche war fast fertig, als sie, von der Witwe verflucht, völlig auseinanderfiel. Nur die Nordwand und das Sanktuarim sind bewahrt geblieben.

Am Lokvinaplatz, unter dem Stadtkastell, kam es 1666 zum Aufstand gegen die immer höheren Steuern und den Eigenwillen des Kapitäns Mirelli. Die Bewohner der Stadt Kastav sind in das Kastell eingebrochen und haben den Kapitän in der Pfütze ertrinken lassen, die man seitdem die Kapitänspfütze nennt. Von diesem Ereignis und von der Einheit der Kastaver, die alle für diese Tat die Verantwortung übernommen haben, zeugt die Inschrift am šterna (Zysterne): Wir haben ihn alle ...

Die Geschichte der organisierten Ausbildung in Kastav beginnt im Jahre 1770. Damals begann nämlich mit ihrer Tätigkeit  die erste Grundschule auf diesem Gebiet Prva pučka učiona. Im Jahr 1866 wurde hier unter dem Wahlspruch: Vereinigen wir uns!  der erste kroatische Leseraum in Istrien - kastavska čitalnica - gegründet.

Auf dem Berg des heiligen Michael im Dorf Rubeši, am Abhang der Stadt Kastav fand am 21. Mai 1871 Die erste Versammlung Istriens, des Küstenlandes  und der Kvarnerinseln (1. Tabor) statt. An dieser Versammlung nahmen 10 000 Leute teil, was zu dieser Zeit mehr als impressiv war.

Im Jahr 1885 begann mit ihrer Tätigkeit die Staatsfachschule für das Gewerbemalen, populär genannt die Handwerkerschule. In dieser Schule bekamen Schüler aus Kastavština und der Umgebung fachliches Wissen übermittelt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts, genauer 1906, ist in Kastav die Lehrerakademie eröffnet worden, die dort bis 1947 war.

Die Stadt Kastav und ihre Umgebung haben im Zweiten Weltkrieg viele Zerstörungen und viel Leid erlitten. Zwischen den zwei Weltkriegen ist Kastavština zwischen Italien und Jugoslawien aufgeteilt worden. Die Stadt Kastav ist im Königreich Jugoslawiens geblieben und war Gemeindesitz und Zentrum des kleinsten Bezirks im Land.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kastav eine selbstständige Gemeinde bis 1956 und dann wurde es der Gemeinde Rijeka angeschlossen. Im Jahr 1993 wurde Kastav wieder eine selbstständige Gemeinde und 1997 bekam diese wieder den Status einer Stadt.